Die Bürgerstiftung ist kein „Selbstläufer“

Neuer Vorstand sagte Initiator Klaus Saffenreuther und seinen Vorstandskollegen Dank

Mosbach. (nak) Mit einem „netten Abend“ verabschiedete der neue Vorstand der Bürgerstiftung für die Region Mosbach am vergangenen Donnerstagabend den Stiftungsinitiator Klaus Saffenreuther und dankte den zahlreichen Helfern für ihr Engagement im vergangenen Jahr.

„Ein bissl was muss man aber reden“, sagte Dr. Frank Zundel, der zusammen mit Patricia Spitzer und Mosbachs Bürgermeister Michael Keilbach nun die neue Führungsspitze bildet. „Stiftungen sind eine gute Sache. Man muss nur ein paar Millionen Euro investieren. Dann tagt der Stiftungsvorstand zweimal im Jahr und beschließt über die Verwendung der Erträge“, so zumindest habe man sich das vorgestellt, meinte Zundel. Doch nach zehnjähriger Zinsflaute und einem Einbruch der Kapitalmärkte, könne „von einem Selbstläufer“ keine Rede sein. Stattdessen engagieren sich die Mitglieder der Bürgerstiftung bei diversen Veranstaltungen wie dem Weihnachtsmarkt und einem Golfturnier, um neben den Spenden die erforderlichen finanziellen Mittel zu erhalten.

„Heute wollen wir die Geldmarktpolitik aber hinten anstellen und in gebührendem Rahmen die Vorstandsmitglieder Klaus Saffenreuther, Professor Dr. Jürgen Kletti und Professor Reinhold Geilsdörfer verabschieden“, so Zundel. Er dankte Klaus Saffenreuther für „den Mut, als Vorstandsvorsitzender der Volksbank Mosbach eine Bürgerstiftung zu gründen und mit entsprechendem Stiftungskapital auszustatten“. Die Entscheidung für die Bürgerstiftung, die eine „Mitmach-Stiftung“ sei, bei der sich alle Bürger einbringen könnten, erfordere neben Mut auch ein „gesundes Selbstvertrauen“ sowie eine „gehörige Portion Verantwortung für die Region, in der man lebt“.

Als „kluge und gute Entscheidung“ bezeichnete Frank Zundel die Stiftung, habe diese in den vergangenen 15 Jahren doch rund 350 000 Euro Spenden und Fördermaßnahmen in der Region ermöglicht. Selbstverständlich ging dieser Dank auch an Dr. Kletti und Geilsdörfer. Um dem bisherigen „Kopf“ der Stiftung, Klaus Saffenreuther, gebührend Danke zu sagen, hatte man den Künstler Heiko Pippig gebeten, „den Dank auf die Leinwand zu bringen“. Entstanden ist ein großformatiges Bild, auf dem steht: „Danke, dass ich Danke sagen kann“.

Auch allen Mitstreitern der Bürgerstiftung war Zundels Dank gewiss. Er hob kurz Angebote wie die Leseaktionen, das Benefiz-Essen „Tafeln für die Tafel“, den Ehrenamtspreis, den Genuss-Event sowie das Golfturnier und den Weihnachtsmarkt hervor. Mitmach-Möglichkeiten par excellence, wie Dr. Frank Zundel meinte.

„Frank Zundel und ich sind Staffelübergaben gewöhnt“, freute sich Klaus Saffenreuther, dass Zundel sowie Spitzer und Keilbach nun die Führung der Bürgerstiftung übernommen haben. Es sei nach 16 Jahren Zeit für einen Generationenwechsel gewesen. Mit einem Augenzwinkern warnte er die drei: „Ihr habt euch da was angetan.“ Saffenreuther blickte kurz zurück und erzählte von den zum Teil schwierigen Anfängen. Dank sagte er seinen Mitstreitern, die mit ihm die Labelprojekte ins Leben gerufen hätten ebenso, wie den zahlreichen Ehrenamtlichen und dem Kooperationspartner in Sachen Tafelladen, dem DRK.

„Ich wünsche Euch viele von der Bürgerstiftung infizierte Menschen, die mit einsteigen und sich einbringen“, wandte er sich abschließend an den neuen Vorstand. Er selbst werde der Stiftung keineswegs den Rücken kehren, sondern sich auch weiterhin einbringen.

Michael Keilbach gab noch einen kurzen Überblick über die verschiedenen Spendenübergaben sowie die Projekte. Insgesamt hat die Stiftung im vergangenen Jahr eine Summe von 44 897,50 Euro gespendet. „Dies ist ein enormer Betrag, der wieder für Gutes in der Region steht“, so Keilbach.

Zum Abschluss gewährte Christel Mayer noch einen Einblick in die Lesetütenaktion zum Schuljahresbeginn. 800 Lesetüten werden hierfür von Ehrenamtlichen gepackt und in den Grundschulen verteilt, um Lust aufs Lesen zu machen.

RNZ, Mosbacher Nachrichten vom Samstag, 9. Februar 2019