Die Ausgangslage ist klar, die Idee ebenso: In der weiter anhaltenden Zeit der Coronapandemie gibt es Gewerbetreibende, die (inzwischen mitunter ganz dringend) Unterstützung brauchen, und Unternehmer und Gönner, die in diesen schwierigen Zeiten Hilfe leisten können. Die Bürgerstiftung für die Region Mosbach will sie zusammenbringen, möglichst schnell und möglichst pragmatisch. Damit die gute Idee zündet, hilft man gleich mal selbst, wenn auch – satzungsbedingt – über Umwege. „Wir selbst dürfen keine unmittelbaren Hilfeleistungen an Gewerbetreibende weitergeben“, skizziert Dr. Frank Zundel, Vorsitzender des Bürgervereins. „Also kam uns die Idee, über die Verteilung von Mosbach-Aktiv-Gutscheinen an bedürftige Familien die hiesigen Innenstadthändler und Gewerbetreibenden zu unterstützen und dadurch zum Erhalt der Attraktivität der Innenstadt beizutragen“. Damit könne man, das waren sich die Verantwortlichen beim Bürgerverein schnell einig, „zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen – oder besser: mit einer Aktion doppelt helfen“.5000 Euro hat der Verein dafür als stattliches Startzeichen gesetzt: 100 Mosbach-Aktiv-Gutscheine – in Form von Happycards mit einer Aufladung von 50 Euro – hat man geordert. Die nun an Menschen weitergegeben werden, die eine Unterstützung beim Einkauf gut gebrauchen können. Und die mit ihrem Umsatz dann wiederum Innenstadthändler und Gewerbetreibende aus dem Stadtgebiet ein wenig durch die schwierige Zeit helfen.Dafür, dass die Gutscheine bei den ’Richtigen’ (also bei Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind) ankommen, sorgen – wie bei der Weihnachtsaktion der Rhein-Neckar-Zeitung – das Diakonische Werk im Neckar-Odenwald-Kreis und der Caritasverband. „Beiden haben wir aus unseren eigenen Mitteln jeweils bereits 50 Gutscheine mit je 50 Euro Wert zukommen lassen“, konkretisiert Frank Zundel, was im Rahmen der spontanen Corona-Hilfsaktion bereits in die Wege geleitet wurde.Dabei soll es allerdings nicht bleiben, denn bei der Bürgerstiftung hofft man auf weitere Unterstützung, auf weitere Mitstreiter. „Wir würden uns natürlich wünschen, dass unsere Idee viele Freunde findet“, sagt Frank Zundel, der vor allem auch Unternehmer aus der Region im Sinn hat, denen die Coronapandemie wenig anhaben konnte und kann. Solidarität in schwierigen Zeiten – das ist es, worauf Zundel und seine Kollegen aus der Bürgerstiftung bauen.„Jeder Spende, die wir von erhalten, setzen wir eins zu eins in weitere Mosbach-Aktiv-Gutscheine um und verteilen diese über die Diakonie und Caritas“, beschreibt der Vorsitzende, die Spender erhielten natürlich von der Bürgerstiftung eine „steuerlich voll abzugsfähige Zuwendungsbescheinigung“, so Zundel, der potenziellen Spendern versichert: „Jeder Euro von Ihnen bewirkt folglich mehrfach Gutes!“ Angesprochen fühlen dürfen sich von der Gutschein-Aktion im Übrigen nicht nur Unternehmer, auch Privatleute mit ausgeprägtem Solidaritätssinn können sich hier gerne einbringen.Bei Mosbach Aktiv kommt die Unterstützungsaktion mit Mehrfachwirkung natürlich gut an. „Da ist eine wunderbare Initiative der Bürgerstiftung, die wir sehr begrüßen, zumal sie ja eben auf mehreren Seiten ein bisschen Hilfe bringt“, erklärt Holger Schwing als Mosbach Aktiv-Vorsitzender. Die ersten 100 Happycards hat er Anfang der Woche mit Freude aufgeladen und zur weiteren Verwendung weitergegeben. Nur allzu gerne würde er noch möglichst viele weitere in den Aktionsumlauf bringen.„Eine tolle Idee, die wir sehr gerne unterstützen“, kommentiert Guido Zilling, Geschäftsführer des Diakonischen Werks im Neckar-Odenwald-Kreis die Aktion der Bürgerstiftung. Mit Blick auf die hohe Zahl an Bedürftigen, die man seitens seiner Einrichtung regelmäßig oder auch kurzzeitig begleite, zeigt sich Zilling zuversichtlich, „dass uns eine zeitnahe Verteilung gut gelingen wird.“ Gleiches gilt für Meinrad Edinger vom Caritasverband, der bestätigt, dass etliche seiner „Klienten“ eine kleine Zusatzunterstützung ebenso gut gebrauchen können wie die Einzelhändler.

RNZ v. 03.03.2021 Heiko Schattauer

Eine „Aktion, die mindestens doppelt hilft“ (so der RNZ-Titel in der Ausgabe vom 3. März) startete die Bürgerstiftung für die Region Mosbach Anfang März. Die Idee: Die „Happycard“ der Mosbacher Händlervereinigung Mosbachs Aktiv soll ihrem Namen alle Ehre machen – und mehrfach froh machen. Die Bürgerstiftung orderte auf einen Schlag 100 Gutscheinkarten im Wert von jeweils 50 Euro, die wiederum an bedürftige oder von der Coronakrise besonders betroffene Menschen verteilt werden sollten. Mit dem bemerkenswerten Auftakt wollten Dr. Frank Zundel als Stiftungsvorsitzender und seine Mitstreiter von der Bürgerstiftung möglichst viele Privatleute und Unternehmen animieren, die Corona-Gutscheinaktion, mit der auch den Einzelhändlern in Mosbach pragmatisch geholfen wird, zu unterstützen. Mitte April lässt sich mit dem Abschluss der Hilfsaktion festhalten: Die Idee hat gegriffen und viele Freunde gefunden. Insgesamt 17 500 Euro wurden in Form von Mosbach-Aktiv-Gutscheinen gespendet, weitergegeben und zum Gutteil auch schon eingelöst. „Das ist wirklich ein beeindruckendes Ergebnis“, findet Frank Zundel. Natürlich habe man gehofft, dass möglichst viele dem Aufruf zur Unterstützung folgen. Dass am Ende aber eine so stattliche Summe zusammenkommt, damit sei nicht zu rechnen gewesen, gesteht der Vorsitzende des Stiftungsvorstandes. Maßgeblich zu diesem tollen Ergebnis beigetragen hat das Mosbacher Soft[areunternehmen „mpdv“. Dessen Geschäftsführerin Nathalie Kletti war von der Bürgerstiftungsidee nämlich so angetan, dass sie ebenfalls 5000 Euro als doppelte Hilfeleistung spendete. Das Unternehmen unterstützt regelmäßig Projekte sozialer, gemeinnütziger oder kultureller Art in der Region. „Das ist so eine Super-Idee, die besondere Unterstützung verdient hat“, begründet NathalieKletti,warumschnellklarwar,dass man sich großzügig einbringen will. Dankbar und bewegt nahm Frank Zundel zum Finale der Gutscheinaktion den symbolischen 5000-Euro-Scheck für 100 weitere Happycards (die mit je 50 Euro aufgeladen sind) in Empfang. Dass der Unterstützungsaufruf bei mpdv, respektive Geschäftsführerin Nathalie Kletti, auf so fruchtbaren Boden gefallen ist, sei ebenso bemerkenswert wie erfreulich. Zundel versicherte, dass das die Gutscheine an Bürger gehen, für die ein Einkauf im Mosbacher Einzelhandel derzeit ansonsten kaum möglich sei, Menschen, die unter der Coronakrise existenziell leiden. Um die zuverlässig zu erreichen, hat man mit dem Diakonischen Werk und dem Caritasverband Neckar-Odenwald-Kreis zwei Partner mit ins Aktionsboot geholt, die bei der RNZ-Weihnachtsaktion schon seit vielen Jahren unter Beweis stellen, dass sie Hilfe dorthin bringen können, wo sie am nötigsten gebraucht wird. Der finale Schwung an Gutscheinen ist schon auf dem Weg zu Diakonie und Caritas. „Ich habe gestern den ganzen Abend Tütchen geklebt“, berichtete Frank Zundel am Mittwochnachmittag schmunzelnd. Den vom dankbaren Mosbach-Aktiv Vorsitzenden Holger Schwing zuvor gelieferten Happycards wurde dabei jeweils noch ein erklärendes Anschreiben der Bürgerstiftung beigefügt. Brief und Gutschein gehen dann via Verteiler an die Bedürftigen. Insgesamt – und auch das ist eine beeindruckende Zahl – haben die Bürgerstiftung und ihre Unterstützer am Ende 350 Menschen ein wenig „happyer“ gemacht – und zugleich den coronagebeutelten Einzelhändlern in Mosbach geholfen. Besondere Unterstützung für die besondere Aktion: Nathalie Kletti spendete mit ihrem Unternehmen „mpdv“ 5000 Euro an die Bürgerstiftung (im Bild der Stiftungsvorsitzende Dr. Frank Zundel), die insgesamt 17 500 Euro in Gutscheinform an bedürftige Menschen weitergeben kann.

RNZ v. 16.04.2021 Heiko Schattauer