Im Oktober 2018 führte Frau Stephanie Kern von der RNZ ein Interview mit dem neuen Vorstandsteam:

Die Bürgerstiftung für die Region Mosbach hat sich neu organisiert: Im August übernahm Dr. Frank Zundel den Vorsitz der Stiftung, Michael Keilbach ist stellvertretender Vorsitzender und Patricia Spitzer engagiert sich nun als schriftführendes Vorstandsmitglied. Der gemeinnützige Zweck der Stiftung ist es, soziale, karitative, bildungsfördernde und kulturelle Projekte dort zu fördern, wo in Zeiten knapper öffentlicher Kassen notwendige Mittel fehlen.

Im Sommer haben Sie die Vorstandsarbeit der Bürgerstiftung übernommen. Wie kam es dazu?

Frank Zundel: Dazu sind zwei Dinge zu sagen. Erstens will sich die Bürgerstiftung verjüngen. Zweitnes geht die Bürgerstiftung zwar auf eine Gründungsinitiative der Volksbank Mosbach zurück, will aber langsam etwas selbständiger werden. Deswegen gibt es heute keinen Volksbank-Mitarbeiter mehr im Vorstand. Marco Garcia ist aber als Kuratoriumsvorsitzender noch in die Arbeit der Stiftung eingebunden.

Michael Keilbach: Patricia Spitzer und ich waren vorher schon im Kuratorium der Bürgerstiftung engagiert und wurden dann auch angesprochen. Es geht auch darum, dass mal neue Ideen dazu kommen.

Neuer Stiftungsvorstand, neue Projekte? Was soll sich bei der Bürgerstiftung ändern?

Frank Zundel: Was uns sehr wichtig ist, ist die Einbeziehung der Bürger. Unser Motto lautet "Bürger helfen Bürgern", das wollen wir weiterhin beherzigen. Eines unserer nächsten Projekte ist der Stand auf dem Weihnachtsmarkt, und da ist es sehr wichtig, dass sich viele engagieren. Generell wollen wir noch stärker in Richtung Bürgerbeteiligung gehen.

Patricia Spitzer: Wir prüfen jedes Projekt, ob es noch zu unserem Leitsatz passt. Inhaltlich kann sich bei den Projekten allerdings schon etwas ändern. Die Leseaktionen werden sicher nicht verändert, "Tafeln für die Tafel" werden wir allerdings inhaltlich etwas neu strukturieren.

Gibt es die Organisation der Bürgerstiftung betreffend denn ebenfalls Neuerungen?

Frank Zundel: Es gab mal das Gerücht, die Volksbank stehe nicht mehr hinter der Bürgerstiftung. Das stimmt nicht, die Volksbank steht zu 100 Prozent hinter der Stiftung. Die Volksbank Mosbach hat vor über 15 Jahren Starthilfe gegeben, und die war auch sehr wichtig. Aber die Tagesarbeit wird jetzt anders organisiert. Es gibt auch ein Gütesiegel für die Bürgerstiftungen. In dessen Statuten steht, dass die Stiftungen wirtschaftlich unabhängig sein sollen. Die Bürgerstiftung soll auf eigenen Beinen stehen. Was wir ebenfalls angehen wollen, ist die Möglichkeit, der Bürgerstiftung etwas zu vererben. Auch das versuchen wir mehr in den Fokus zu rücken.

Welche Projekte möchten sie auf jeden Fall beibehalten?

Frank Zundel: Prinzipiell stehen alle Projekte auf dem Prüfstand. Was jetzt aber konkret ansteht, soll beibehalten werden.

Und welche Projekte stehen gerade konkret an?

Patricia Spitzer: Ganz wichtig ist der Ehrenamtspreis, der im November verliehen wird. Und dann sind wir auch schon mitten in der Planung für den Stand auf dem Mosbacher Weihnachtsmarkt. Da sind wir auf die Mithilfe der Bürger angewiesen.

Michael Keilbach: Jeder kann eine Schicht übernehmen. Das empfinde ich persönlich auch immer als eine tolle Sache, man kommt mit den Leuten ins Gespräch. Über die Homepage der Bürgerstiftung kann man sich für freie Schichten anmelden.

Es geht ja bei der Bürgerstiftung nicht nur darum, Geld zu verdienen, sondern auch darum, welches auszugeben. Wen oder was unterstützen sie denn?

Frank Zundel: Das unterscheidet uns tatsächlich von anderen Stiftungen: Wir legen ganz transparent offen, wo die Gelder hinfließen. Bisher wurden rund 350.000 Euro vergeben, im Jahr 2018 waren es bis jetzt rund 40.000 Euro. Der Sinn und Zweck einer Stiftung ist ja eigentlich, ein Stiftungsvermögen zu schaffen und dann mit den Erträgen aus diesem Vermögen etwas für den guten Zweck zu tun. Das funktioniert gerade nicht, denn mit Geld lassen sich bei der aktuellen Zinssituation keine ausreichenden Erträge erwirtschaften. Deshalb müssen wir arbeiten, um diese fehlenden Erträge zu erwirtschaften.

Michael Keilbach: Wir versuchen, nachhaltige Projekte zu unterstützen. Der Klassiker ist der Tafelladen in Mosbach. Aber auch die Helfer-App wird von uns mit 12.500 Euro unterstützt. Einzige Bedingung: Die Projekte müssen aus der Region und gut für die Region sein.

Patricia Spitzer: Wobei der Begriff Region hier relativ weit gefasst ist, denn es ging auch schon Geld an das Odenwald-Hospiz in Walldürn. Auf der Homepage gibt es auch die Möglichkeit, sich für eine Unterstützung zu bewerben.

In einem Satz: Was macht die Bürgerstiftung so wichtig für die Region?

Frank Zundel: Unser nächstes Projekt, der Ehrenamtspreis, beweist, wie wichtig die Bürgerstiftung ist. Wir wollen ehrenamtliches Engagement stärken und durch diesen Preis werden die Ehrenamtlichen ins Rampenlicht gerückt.

Michael Keilbach: Für mich ist es wichtig, dass die Bürger gemeinsam etwas für Bürger tun. Das macht die Bürgerstiftung einfach aus.

Patricia Spitzer: Die Bürgerstiftung schafft Netzwerke unter den Menschen!


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